Mitte Mai mit dem Motorrad in die Alpen zu fahren ist eine echt bescheuerte Idee. Schon ein Blick auf die Karte verrät, dass die meisten Pässe bis Juli gesperrt sind. Da es mit Terminen jedoch recht eng war, hieß; es am 17. Mai dann trotzdem - Gepäckrolle verspannen und ab in die Berge. Der Zeitplan war eng gesteckt. 4 Tage inklusive An- und Abreise lassen nicht viel Spielraum zu. Gerade mal 2 freie Tage blieben also und so entschieden wir uns dafür, einen Ort zur Basis zu machen und von dort aus nur kleine Tagesrouten zu fahren.

Nichts ist schöner als bei super Wetter mit dem Moped einen Pass zu stürmen und Kurve für Kurve die Faszination der Alpen zu erfahren. Nach einer knappen Woche Planung ging’s dann Anfang Juni los. Gepäckrolle und Tankrucksack aufs Moped geschnallt und ab auf die Autobahn Richtung Frankreich.

Es war im Sommer 1990 in der DDR, kurz vor der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Ich ging in die 10. Klasse und damals war es irgendwie normal einen Mopedführerschein zu machen. Da ich einer der älteren meiner Klasse war, konnte ich sogar den Motorradführerschein in Angriff nehmen. Für knappe 260 Mark und mit nur einem zerfahrenen Rücklicht war ich alsbald stolzer Besitzer eines Führerscheins der Klasse A und durfte Zweiräder bis 150 ccm bewegen.

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